Berlin im Online Wahlkampf

Wähler fragen, Politiker stehen Rede und Antwort: Auf der Internetseite

www.kandidatenwatch.de, die der Verein Mehr Demokratie seit dem 3. August betreibt, können sich Bürger über die Direktkandidaten der Parteien in ihrem Wahlkreis informieren. Und sie können mit den Bewerbern um ein Bundestagsmandat am virtuellen Küchentisch diskutieren. Alle Fragen und Antworten sind online einsehbar.

 

Die Berliner haben diese Möglichkeit des Online-Wahlkampfs bisher intensiv genutzt. 326 Anfragen an die Kandidaten in den zwölf Berliner Wahlkreisen verzeichnet das Team von kandidatenwatch bisher, 134 davon wurden beantwortet (Stand 17. August, 10.30 Uhr). Mit einer Antworthäufigkeit von 41 Prozent und einer Frage auf 9.792 Einwohner belegt Berlin damit hinter Hamburg einen Spitzenplatz. Im Bundesdurchschnitt kommt eine Anfrage auf 18.567 Bürger, von den insgesamt 4.500 Fragen wurden 1.600 beantwortet.

 

"Gefragtester" Politiker der Hauptstadt ist Hans-Christian Ströbele. Von

den 20 an ihn gerichteten Fragen hat der grüne Direktkandidat im Wahlkreis 84 (Friedrichshain-Kreuzberg-Prenzlauer Berg Ost) allerdings erst 2 beantwortet. Ruft man im Internet die Seiten der einzelnen Wahlkreise auf, erscheinen die Kandidaten mit den meisten Antworten ganz oben auf der Liste. Zu den besonders Antwortfreudigen gehören unter anderem Petra Merkel (SPD, Wahlkreis 81 Charlottenburg-Wilmersdorf), Sibyll Klotz (Grüne, Wahlkreis 83 Neukölln), Gesine Lötzsch (Linkspartei, Wahlkreis 87 Lichtenberg-Hohenschönhausen), Tim Stuchtey (FDP, Wahlkreis 76 Mitte) und Karl-Georg Wellmann (CDU, Wahlkreis 80 Steglitz-Zehlendorf).

 

Ein Thema liegt den Berlinern im Wahlkampf offenbar besonders am Herzen: 83 Fragen und 23 Antworten gab es allein zum Thema Bürgerrechte. Oft werden die Kandidaten auch nach ihren Ansichten zur Wirtschaftspolitik (55 Frage, 14 Antworten) und zur Arbeitsmarktpolitik (34, 12) befragt.

 

Entwickelt wurde kandidatenwatch.de vom Hamburger Landesverband des

Vereins Mehr Demokratie. Die Internetseite basiert auf der Idee der auf Hamburg begrenzten Seite abgeordnetenwatch.de. Dort können die Bürger der Hansestadt seit Dezember 2004 Fragen an ihre Abgeordneten in der Hamburger Bürgerschaft richten - und ihnen bei wichtigen Abstimmungen über die virtuelle Schulter schauen.

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