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Die Ersatzstimme - London weiß wie es geht

Zurzeit gibt es in Deutschland keine Wahlen, bei denen die Wähler und Wählerinnen mit einer Ersatzstimme ihre Zweitpräferenz zum Ausdruck bringen, wenn die bevorzugte Partei an der Sperrklausel scheitert. In Berlin möchte das Bündnis "Mehr Demokratie beim Wählen" eine Ersatzstimme einführen, ein Ansatz mit dem hier bisher wenige vertraut sind. Anders ist es in London: In der Metropole wurde nun ein neuer Bürgermeister gewählt - London entscheidet mit Ersatzstimme.

 

Die Londoner und Londonerinnen haben die Möglichkeit, bei der Wahl zum Bürgermeister eine Ersatzstimme zu vergeben. Diese kommt zum Einsatz, wenn der bevorzugte Kandidat nicht zu den beiden Bestplatzierten gehört. Nur diese beiden Kandidaten gehen in die virtuelle Stichwahl, in der dann auch die Zweitpräferenzen gezählt werden. Durch die Ersatzstimme wird die Stimme erst dann auf einen anderen gewünschten Kandidaten übertragen, wenn der bevorzugte nicht weit genug kommt. Dieses Verfahren hat den Vorteil, dass die Wähler und Wählerinnen sich nicht zum taktischen Wählen gezwungen sehen, bei dem sie lieber einen populären Kandidaten mit Erfolgschancen wählen als die Stimme an einen voraussichtlich erfolglosen, wenn auch bevorzugten, Kandidaten "verschenken"; oft eine Entscheidung für das kleinere Übel, damit die eigene Stimme überhaupt Einfluss hat.

 

Was in London nun schon üblich ist, möchte das Bündnis auch für die Berliner und Berlinerinnen erreichen.

Auf Parteiebene sollen die Wähler und Wählerinnen ihrem Willen Ausdruck verleihen, mit der Sicherheit, dass ihre Stimme nicht verloren geht, sondern übertragen wird, wenn die bevorzugte Partei an der Hürde scheitert. So werden die Stimmberechtigten die Möglichkeit haben, ohne taktische Abwägungen und ohne die Befürchtung, dass die Stimme "unter den Tisch fällt" ihrer präferierten Partei auch ihre Stimme zu geben. Es wird so eine Verzerrung der Abbildung des Wählerwillens vermieden und kleinere Parteien müssen nicht befürchten durch taktisches Wählen Stimmen zu verlieren.

 

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