Am 24. April lud die Friedrich-Ebert-Stiftung Mehr Demokratie ein, um sich mit jungen Aktivist/innen aus der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) zum Thema Partizipation auszutauschen.
Zunächst stellte Landesvorstand Helena Stange vor, wie Mehr Demokratie arbeitet und welche Formen der politischen Partizipation in Deutschland und auf kommunaler Ebene möglich sind. Den Kern stellte jedoch eine lebhafte Diskussion darüber dar, welche teilweise sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Demokratie unter den Teilnehmenden verbreitet sind.
Selbstbestimmung und Macht waren zentrale Begriffe. Die Tatsache, dass in einem Land wie Deutschland trotz vergleichsweise zahlreicher Instrumente direkter Demokratie das Gefühl der aktiven Selbstbestimmung und Einflussnahme auf die Politik in der Bevölkerung wenig verbreitet ist, erntete Verwunderung. Demokratie, besonders direkte Demokratie, ist kein politisches System, welches man einer Gesellschaft überstülpen kann. Es muss zunächst ein Bewusstsein in der Gesellschaft dafür hergestellt werden, was mit dessen Umsetzung möglich ist. In Ländern, die von den Unruhen des Arabischen Frühling geprägt sind, sind es zunächst die Grundbedürfnisse wie soziale Sicherheit und Dinge des täglichen Bedarfs, denen Genüge getan werden muss, bevor das Verlangen nach Demokratie erstarken kann. Es wurde gemeinsam erarbeitet, dass man hiermit auf lokaler Ebene ansetzen kann, um nach und nach ein Gefühl der Bedeutung der Demokratie in der Bevölkerung aufzubauen. Eben dafür braucht es Menschen wie die „Young Leaders“, die sich aktiv für einen solchen Umbruch einsetzen und diesen vorantreiben.



