Nach einer Stellungnahme vom Landesverband der Musikschulen Brandenburg e.V. scheint eine Ablehnung der ursprünglichen Forderungen der Volksinitiative „Musische Bildung für alle“ aufgrund der angespannten Haushaltslage wahrscheinlich. Dank der Unterstützung durch Abgeordnete aller Landtagsfraktionen zeichnet sich jedoch ein Kompromiss ab: 1,3 Millionen Euro sollen der musischen Bildung in Schulen und Kitas zur Verfügung gestellt werden. Diese Mittel sollen zusätzliche bereitgestellt und nicht aus dem Kulturhaushalt abgezogen werden.
Dieser Teilerfolg ermöglicht die systematische Integration des Bildungsangebotes von Musikschulen in Schulen und Kitas anzugehen. Bildungsprogramme wie „Klasse Musik“, Kooperation mit Ganztagsschulen und Förderprogramme für Begabte und Ensamblespiel sollen durch Gebührenfreiheit vor allem sozial benachteiligten Kindern eine Chance auf musische Bildung bieten. Nicht umgesetzt werden konnte hingegen die Forderung nach einer Erhöhung des Unterrichtskostenzuschusses und eine Festschreibung des Anteils fest angestellter Lehrkräfte.
Damit konnte in den vergangenen zwei Jahren bereits die dritte Volksinitiative zumindest einen Teilerfolg erzielen, ohne ins Volksbegehren gehen zu müssen. Die Unterschriftenhürde bei Volksbegehren ist im bundesweiten Vergleich eher niedrig angesetzt, jedoch scheiterte bisher jedes Volksbegehren in Brandenburg an der nicht zulässigen freien Unterschriftensammlung.



